Größter Wunsch: Drogeriemarkt für Bösel 

Institut stellt bei Unternehmerabend Entwurf für Einzelhandelskonzept vor/  Auch Schuhe nach wie vor vermisst

Auf Einladung von Gemeinde und HGV wurde über auch über die Ergebnisse der Telefon- und Passantenbefragung informiert.
Grundsätzlich erfüllt Bösel seine Aufgaben als Grundzentrum.

20170620 Einzelhandelsgutachten Gemeinde Boesel

Gastgeber: Bürgermeister Hermann Block und HGV-Chef Dietmar Frye
mit Cima-Referent Jan Weckenborg.         Foto: Gemeinde
 

Von Claudia Wimberg

Bösel. Die Nachfrage nach einem Drogeriemarkt ist ebenso geblieben wie der Wunsch, Schuhe in Bösel kaufen zu können. Das Angebot an Lebensmitteln erhält dagegen die Schulnote 2 und rund 88 Prozent der Einwohner nutzen die Supermärkte und Discounter vor Ort. Deren Erweiterungspläne machen nun ein neues Einzelhandelsgutachten notwendig.

Wie berichtet, hat die Verwaltung die Dokumentation in Auftrag gegeben, die auch mit einer Passanten- und Telefonbefragung verbunden war. Anhand dieser Ergebnisse hat das   Institut „Cima“ einen ersten Entwurf erstellt, der nun beim Unternehmerabend, zu dem der Handels- und Gewerbeverein gemeinsam mit der Gemeinde eingeladen hatte, vorgestellt wurde. Rund 30 Teilnehmer, darunter eine starke Besetzung des Rates, fanden den Weg in die Gaststätte Bley und informierten sich nach der Begrüßung von HGV-Chef Dietmar Frye und Bürgermeister Hermann Block über die gesammelten Werke.

Laut Cima-Vertreter Jan Weckenbrock liegen dem Konzept Aussagen von 357 Befragten zugrunde. Demnach erfüllt die Gemeinde im Wesentlichen ihren Auftrag als Grundzentrum, in dem sie beispielsweise Bereiche wie Nahrungs- und Genussmittel,  Blumen und Schreibwaren, abdeckt. Zwar ist  in Sachen Lebensmitteln der Ruf nach einem Aldi-Markt vorhanden, doch „ebenso wie für einen Drogeriediscounter, für dessen Ansiedlung wir alles versucht haben, und in Anbetracht unserer Sandwichstellung zwischen Friesoythe und Garrel ist das vermutlich aussichtslos“, betonte Bürgermeister Block.

21 Prozent kaufen Drogerieartikel (auch über die Apotheken angeboten)  in der Gemeinde, online werde stark  Bekleidung, Bücher und Unterhaltungselektronik erworben. Was  das Internet als Konkurrenz angeht, werden die Werte  jedoch als „unauffällig“ eingestuft.

Grundsätzlich fließen 45 Prozent  des Nachfragepotenzials der Gemeinde in andere Handelsstandorte. Will heißen: Jeder zweite Euro wird außerhalb von Bösel ausgegeben. Insgesamt ist ein Kaufkraftpotenzial von knapp 41 Millionen Euro zu verzeichnen.

Der zentrale Versorgungsbereich, den es zu „pflegen und fördern“ gelte, soll sich auch in Zukunft auf den Bereich „Am Kirchplatz“ und die Friesoyther Straße konzentrieren. Bedenken aus der Versammlung, dass es dort jedoch kaum Erweiterungsmöglichkeiten gebe, teilte Bürgermeister Hermann Block, verwies deshalb  auf das Areal an der Jahnstraße (gegenüber der Sporthalle), das gegebenenfalls herangezogen werde könne. Auf den vorgelegten Entwurf folgt nun die Erarbeitung eines Branchenkonzepts sowie Entwicklungsstrategien. Im August soll die Präsentation vor den politischen Gremien stattfinden.

Der Rat wird dann voraussichtlich am 14. August das Einzelhandelsgutachten verabschieden.

Quelle: Münsterländische Tageszeitung Cloppenburg; Redaktion Friesoythe